Cashback-Vergleich für Forex- und CFD-Trader
Trading Deals$4.40RoboForex: $4.40/Lot ↗
Artikel

Börse

Eine Börse ist ein organisierter, regulierter Markt, der Käufer und Verkäufer von Wertpapieren wie Aktien und Anleihen nach festen Regeln zusammenführt und die Preisbildung überwacht.

Alle 14 Themen im Glossar

Ca. 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026

Eine Börse ist ein organisierter Markt, der Angebot und Nachfrage nach festen Regeln zusammenführt. Sie bündelt den Handel zeitlich und räumlich und überwacht die Preisbildung. Unterschieden wird zwischen Kassamarkt und Terminmarkt sowie zwischen Parketthandel und vollelektronischem Handel; heute läuft der weitaus größte Teil des Handels elektronisch ab. An Börsen gehandelt werden unter anderem Aktien, Anleihen, Devisen und Rohstoffe. Ziel ist es, die Transaktionskosten zu senken, die Markttransparenz zu erhöhen und Marktliquidität zu schaffen.

Die Börse im Kapitalmarkt

Funktional lässt sich der Kapitalmarkt in Primärmarkt und Sekundärmarkt unterteilen. Auf dem Primärmarkt werden Wertpapiere und die damit verbundenen Rechte und Pflichten erstmals ausgegeben, weshalb er auch Emissionsmarkt genannt wird. Der Sekundärmarkt umfasst den Handel, der nach der Ausgabe der Wertpapiere beginnt. Er ist ein hoch organisierter Handelsplatz – die Börse – mit standardisierten Produkten und Abläufen, an dem Wertpapiere den Besitzer wechseln.

Die drei Grundfunktionen einer Börse

1. Allokationsfunktion

Die Allokationsfunktion ist die wichtigste Aufgabe einer Börse. Sie ist erfüllt, wenn das Kapital der Anleger in seine bestmögliche Verwendung gelenkt wird und Investitionsprojekte aus den günstigsten Finanzierungsquellen finanziert werden. Würde Kapital in eine Anlage fließen, die ein höheres Risiko trägt als eine andere Anlage mit gleicher Rendite, wäre es nicht optimal eingesetzt. Die Allokationsfunktion ist daher am besten erfüllt, wenn Anleger für das gleiche Risiko stets die gleiche Risikoprämie erhalten.

2. Marktfunktion

Die Marktfunktion ist Voraussetzung für die Allokationsfunktion. Gemeint ist das Zusammenführen und Abstimmen einzelner Kauf- und Verkaufsinteressen zu einem Zeitpunkt und an einem Ort. Dieser Ort muss kein physisches Börsenparkett sein, sondern kann auch ein virtuelles Gebilde sein. Dank dieser Funktion der Börse müssen Marktteilnehmer nicht mehr einzeln miteinander verhandeln. Das führt wiederum zu deutlich geringeren Transaktionskosten und einer höheren Marktliquidität. Außerdem löst die Börse das Problem der Teilbarkeit.

Ein Unternehmen als solches lässt sich nicht aufteilen, denn seine Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erzeugen nur gemeinsam den Cashflow, der sich in seinem Marktwert widerspiegelt. An der Börse erwerben Anleger dagegen einen Anteil am Ganzen. Die Teilbarkeit schafft somit zusätzliche Liquidität und Möglichkeiten zur Diversifikation und spricht einen breiteren Anlegerkreis an. Auch das Problem der Kapitalbindungsdauer einer Investition entfällt, weil Anleger an der Börse ein Finanzinstrument auf Basis seiner künftigen Zahlungsströme bewerten. Ein Anleger könnte sein eingesetztes Kapital also jederzeit durch einen Verkauf an der Börse zurückerhalten.

3. Preisbildungs- und Bewertungsfunktion

Wirtschaftssubjekte planen auf Grundlage bestimmter Erwartungen. Verfügen alle Individuen zur gleichen Zeit über die gleichen Informationen, bilden sie homogene Erwartungen, die sich dann im Kurs niederschlagen. Wie gut die Preisbildungsfunktion erfüllt wird, hängt daher vom Grad der Informationseffizienz ab: Je höher diese ist, desto genauer entspricht der Kurs eines Wertpapiers seinem fairen Wert.

Zusammengefasst bestehen die Leistungen einer Börse aus vier Transformationen: der Fristen (langfristige Finanzierung für Unternehmen, kurzfristige Liquidität für Anleger), der Losgrößen (großer Kapitalbedarf wird in kleine, handelbare Einheiten zerlegt), der Risiken (Verteilung auf viele Anleger) und des Ortes (Teilnehmer aus verschiedenen Orten werden an einem Markt zusammengeführt).

Wie werden Kurse festgestellt?

Wertpapierkurse ergeben sich aus Angebot und Nachfrage. Der Kurs wird auf dem Niveau festgelegt, zu dem das größtmögliche Volumen gehandelt werden kann, also dort, wo die meisten Kauf- und Verkaufsaufträge der Marktteilnehmer zusammengeführt werden können. In Deutschland wurden die Kurse früher von amtlich bestellten, unabhängigen Kursmaklern festgestellt; das Amt des Kursmaklers wurde 2002 abgeschafft. Heute werden Kurse überwiegend von elektronischen Handelssystemen ermittelt, die Aufträge in einem zentralen Orderbuch zusammenführen, wie bei Xetra, oder mithilfe von Spezialisten und Market Makern, die dafür sorgen, dass ein Handel zustande kommt.

Was sind Market Maker?

Market Maker sind Makler oder andere Marktteilnehmer, die durch das Stellen von An- und Verkaufskursen einen fortlaufenden Handel sicherstellen. Genau hier kann ein Interessenkonflikt entstehen, da der Market Maker versucht, günstig einzukaufen, um teurer zu verkaufen. So kann ein Emittent, der als Market Maker auftritt, etwa bei Zertifikaten oder Optionsscheinen, den Spread zwischen Geld- und Briefkurs ausweiten. Dies ist jedoch nicht die Regel, und der Wettbewerbsdruck führt dazu, dass sich die meisten Emittenten um einen realistischen Kurs bemühen.

Was ist ein Broker?

Ein Broker ist der Vermittler zwischen Trader und Börse. Bei börsengehandelten Wertpapieren leitet der Broker Kauf- und Verkaufsaufträge direkt an die Börsen weiter. Bei CFDs ist der Broker dagegen selbst Vertragspartner, und der Handel findet nicht direkt an einer Börse statt. Broker erzielen ihre Einnahmen überwiegend aus Ordergebühren, Finanzierungskosten, dem Spread und weiteren Transaktionskosten. Es gibt sehr viele Broker, daher lohnt sich eine gründliche Recherche, um zu wissen, wem man sein Geld anvertraut. Der günstigste ist nicht immer der beste: Wichtige Kriterien sind zum Beispiel eine ordnungsgemäße Regulierung, ein gut erreichbarer Kundenservice in der eigenen Sprache und transparente Kosten. Ein Vergleich mehrerer Broker vor der Kontoeröffnung lohnt sich daher.

Was ist ein ECN-Broker?

ECN steht für Electronic Communication Network, ein elektronisches System, das Kauf- und Verkaufsaufträge zwischen Marktteilnehmern automatisch zusammenführt. Im Privatkundenhandel bezeichnet der Begriff ECN-Broker vor allem Broker, die auf den Devisenhandel spezialisiert sind. ECN-Broker nehmen nie die Gegenposition zu den Positionen ihrer Kunden ein. Stattdessen stellen sie einen Marktplatz bereit, auf dem etwa Banken, Market Maker und Trader direkt miteinander handeln können. Daraus ergeben sich während der Haupthandelszeiten enge Spreads, was für aktive Trader sehr vorteilhaft ist. Im Gegenzug berechnen ECN-Broker in der Regel eine Kommission pro Trade.

Ist die Börse ein vollkommener Markt?

In der Wirtschaftstheorie wird häufig auf den vollkommenen Markt verwiesen, um bestimmte Modelle anschaulicher zu erklären, da sich so sehr komplexe Zusammenhänge darstellen lassen. Ein Markt gilt als vollkommen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Vollständige Transparenz: Alle Marktteilnehmer haben jederzeit vollständige Informationen über Preise und Angebote.
  • Homogene Güter: Die gehandelten Vermögenswerte sind identisch, sodass Käufer keinen bestimmten Verkäufer bevorzugen.
  • Rationales Verhalten: Alle Marktteilnehmer handeln rational und streben nach maximalem Nutzen.

Damit wird deutlich, dass auch die Börse kein vollkommener Markt ist. Vollständige Transparenz kann es beispielsweise nicht geben, weil einige Marktteilnehmer stets einen Informationsvorsprung haben. Hinzu kommt, dass Informationen nicht kostenlos verfügbar sind, was allein schon zu Unterschieden im Wissensstand der Teilnehmer führt. Ebenso wird es nie Marktteilnehmer geben, die vollkommen rational handeln. Folglich wird kein Markt dieses Ideal je erreichen. Dennoch kommt eine Börse dem Modell recht nahe.

Warum ist die Börse wichtig?

Schon die Grundfunktionen der Börse erklären, warum diese Institution so bedeutend ist. Ohne die Börse wäre die Wirtschaft weit weniger dynamisch, denn es gäbe weniger Liquidität im Markt, und Unternehmen könnten sich nicht so entwickeln, wie sie es tun. Außerdem fiele es Anlegern schwer, Renditen zu erzielen, und Kapital würde nicht in seine effizienteste Verwendung gelenkt. Die Börse leistet damit einen entscheidenden Beitrag zum Wohlstand der Gesellschaft.

Wer hat die Börse erfunden?

Die Börse hat sich als Institution schrittweise entwickelt. Zunächst trafen sich Kaufleute, um untereinander Waren zu handeln, wobei landwirtschaftliche Erzeugnisse im Mittelpunkt standen. Bereits an diesen Warenbörsen wurden die ersten Termingeschäfte abgeschlossen, bei denen ein Käufer die künftige Ernte eines Bauern im Voraus erwarb. In Brügge trafen sich Kaufleute im Gasthaus der Familie Van der Beurze, und 1409 wurde dieser Treffpunkt als Börse institutionalisiert, die oft als erste ihrer Art gilt. Das Wort „Börse“, das in vielen Sprachen bis heute für Wertpapierbörsen verwendet wird, wird gemeinhin auf den Namen dieser Familie zurückgeführt.

Mit dem wachsenden Handel zeigte sich, dass er auch das Problem von Zahlungsschwierigkeiten mit sich brachte. Der Handel mit Wechseln gewann daher zunehmend an Bedeutung, und es entstanden die ersten Börsen für diese Art von Wertpapieren. Ein Handel mit Unternehmensanteilen war noch nicht absehbar. Er entstand erst Anfang des 17. Jahrhunderts, als in Amsterdam Anteile der 1602 gegründeten Niederländischen Ostindien-Kompanie den Besitzer zu wechseln begannen; die Amsterdamer Börse gilt daher oft als erste moderne Wertpapierbörse. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Aktienhandel weiter, etwa in London und New York.

Wer beaufsichtigt die Börsen?

Börsen werden von Börsenaufsichtsbehörden überwacht. Diese erteilen die Erlaubnis zum Betrieb einer Börse, sorgen für einen ordnungsgemäßen Handel und achten auf die Einhaltung des rechtlichen Rahmens. In Deutschland ist dafür die Börsenaufsichtsbehörde des Bundeslandes zuständig, in dem die Börse ihren Sitz hat, während die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin, siehe unten) den Wertpapierhandel insgesamt beaufsichtigt, etwa um Insiderhandel und Marktmanipulation zu verhindern. In den USA werden die Börsen von der Securities and Exchange Commission (SEC) überwacht.

Wie kann man an der Börse Geld verdienen?

Die Antwort ist recht einfach, denn sie lautet wie in jedem anderen Beruf, in dem Menschen Geld verdienen: Man braucht eine fundierte Ausbildung. Natürlich gibt es Fälle, in denen jemand durch reines Glück auf das richtige Wertpapier gesetzt hat, doch das sind Ausnahmen. Professionelle Trader überlassen den Erfolg nicht dem Zufall. Sie versuchen, mit einer reproduzierbaren Strategie Gewinne zu erzielen, und eine gute Trading-Ausbildung verbessert ihre Erfolgschancen. Dennoch sind Gewinne nie garantiert: Jeder Trade birgt ein Verlustrisiko, weshalb ein konsequentes Risikomanagement unerlässlich ist.

Welche Marktphasen gibt es?

Seit Jahrhunderten stehen Bulle und Bär für das Auf und Ab an den Märkten. Die Herkunft der Begriffe ist nicht eindeutig geklärt, und es gibt verschiedene Theorien dazu. Die verbreitetste und bekannteste lautet, dass der Bulle seine Hörner nach oben gegen seine Angreifer stößt und daher für steigende Kurse steht, während der Bär mit seiner Pranke nach unten schlägt und somit für fallende Kurse steht. Im Französischen sind nach wie vor die Begriffe Hausse und Baisse gebräuchlich, die auch im Deutschen verwendet werden.

Was ist eine Baisse (Bärenmarkt)?

Fallen die Kurse an den Aktienmärkten über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum, spricht man von einer Baisse, häufig auch Bärenmarkt genannt. Als Faustregel gilt ein Markt als Bärenmarkt, sobald die Kurse um 20 % von ihrem vorherigen Hoch gefallen sind. Das Gegenteil eines Bärenmarkts ist ein Bullenmarkt (Hausse): ein steigender Markt mit einem Kursanstieg von 20 %.

Was ist eine Hausse (Bullenmarkt)?

Steigen die Kurse an den Aktienmärkten über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum, spricht man von einer Hausse, häufig auch Bullenmarkt genannt. Als Faustregel gilt ein Markt als Bullenmarkt, sobald die Kurse um 20 % von ihrem vorherigen Tief gestiegen sind. Das Gegenteil eines Bullenmarkts ist ein Bärenmarkt (Baisse): ein fallender Markt mit einem Kursrückgang von 20 %.

Was ist ein Börsencrash?

Ein Börsencrash ist ein außergewöhnlich starker Kurseinbruch innerhalb kurzer Zeit (eines Tages bis mehrerer Tage), ausgelöst durch massenhafte Verkäufe und Panik. Er tritt meist am Ende einer Spekulationsblase auf, wenn sich hohe Kurse fundamental nicht mehr rechtfertigen lassen, oder infolge unerwarteter negativer Ereignisse. Der steile Kursrutsch löst eine Stop-Loss-Order nach der anderen aus und beschleunigt so den Einbruch, ohne dass ein starkes Kaufinteresse aufkommt. Eine allgemein anerkannte Definition, wie groß ein Rückgang sein muss, um als Crash zu gelten, gibt es nicht. Ein berühmtes Beispiel ist der „Schwarze Montag“ am 19. Oktober 1987, als der Dow Jones Industrial Average an einem einzigen Tag rund 22,6 % verlor.

Börsenhandelszeiten

Neben der Frankfurter Wertpapierbörse mit ihrem elektronischen Handelssystem Xetra gibt es in Deutschland mehrere weitere Börsen mit unterschiedlichen Handelszeiten: die Regionalbörsen in Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und München sowie Tradegate BSX in Berlin, die am 1. Januar 2026 aus der Fusion von Tradegate Exchange und Börse Berlin hervorgegangen ist. Die Tabelle führt sie zusammen mit den wichtigsten Börsen weltweit auf (reguläre Handelszeiten an Werktagen, Stand 2026, in mitteleuropäischer Zeit):

BörseHandelszeiten (MEZ/MESZ)Hinweise
Xetra09:00–17:30Seit Dezember 2025 Privatkundenorders über teilnehmende Banken und Broker auch von 08:00 bis 22:00
Börse Frankfurt08:00–22:00Spezialistenhandel in Aktien; Anleihen bis 17:30
Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, MünchenAb 07:30 oder 08:00 bis 22:00 oder 23:00Je nach Börse und Handelssegment unterschiedlich (z. B. gettex in München)
Tradegate BSX (Berlin)07:30–22:00Anleihen bis 20:00
London Stock Exchange09:00–17:3008:00–16:30 britischer Zeit
NYSE15:30–22:0009:30–16:00 New Yorker Zeit
Nasdaq15:30–22:0009:30–16:00 New Yorker Zeit
SIX Swiss Exchange09:00–17:30Einschließlich Schlussauktion
Wiener Börse08:55–17:35Einschließlich Eröffnungs- und Schlussauktion
Shanghai Stock Exchange02:30–04:30 und 06:00–08:0009:30–11:30 und 13:00–15:00 Ortszeit; während der europäischen Sommerzeit eine Stunde später
Euronext Milan (Borsa Italiana)09:00–17:30Seit 2021 Teil von Euronext; Schlussauktion und Handel zum Schlusskurs bis 17:40
Bolsa de Madrid09:00–17:30Seit 2020 Teil der SIX Group; anschließend Schlussauktion

Auktionen, Feiertage und Sondersitzungen können diese Zeiten verschieben, und die Börsen passen ihre Handelszeiten von Zeit zu Zeit an. Da Europa und die USA zu unterschiedlichen Terminen auf die Sommerzeit umstellen, beginnt der US-Handel jedes Frühjahr und jeden Herbst für einige Wochen bereits um 14:30 MEZ. Zudem werden die Handelszeiten vielerorts ausgeweitet: Im April 2026 genehmigte die SEC den Plan von Nasdaq, Aktien an Werktagen 23 Stunden am Tag zu handeln, und die London Stock Exchange hat ab 2027 einen Abend- und Nachthandel angekündigt. Der Devisenmarkt hat dagegen keine zentrale Börse: Währungen werden von Montag bis Freitag rund um die Uhr außerbörslich gehandelt.

Wichtige Börsen und Marktsegmente

Xetra

Das elektronische Handelssystem Xetra (Exchange Electronic Trading) ist ein Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse, der von der Deutschen Börse betrieben wird. Es wurde 1997 eingeführt und löste seinen Vorgänger IBIS ab. Nach Angaben der Deutschen Börse wird weit mehr als 90 % des gesamten Aktienhandels an deutschen Börsen über Xetra abgewickelt. Der reguläre Handel läuft von 09:00 bis 17:30 Uhr MEZ.

Deutsche Terminbörse (DTB)

Die Deutsche Terminbörse (DTB) wurde 1988 mit eigenen elektronischen Handelssystemen gegründet, um den veralteten Parketthandel abzulösen und den Handel zu vereinfachen. Die DTB bot Anlegern und Tradern mehr Transparenz, die garantierte Erfüllung aller Geschäfte ohne Zahlungs- oder Lieferrisiko, eine verbesserte Liquidität sowie eine Abwicklung über ihr elektronisches System. Der Handel startete am 26. Januar 1990, zunächst nur mit Optionen; Futures kamen später hinzu. 1998 fusionierte die Deutsche Terminbörse GmbH mit der Schweizer Terminbörse SOFFEX, und die gemeinsame Börse ist heute als Eurex bekannt.

Eurex

Die Eurex (European Exchange) ist seit 1998 die Nachfolgerin der Deutschen Terminbörse. Sie wird von der Deutschen Börse betrieben, die seit der Übernahme der 50-%-Beteiligung der SIX Swiss Exchange im Jahr 2012 alleinige Eigentümerin ist, und zählt zu den weltweit größten Derivatebörsen für Futures und Optionen. Teilnehmer aus aller Welt handeln dort jährlich rund zwei Milliarden Kontrakte (etwa 2,07 Milliarden im Jahr 2025), was sie zu einem der liquidesten Märkte der Welt macht.

Neuer Markt

Der Neue Markt war ein Segment der Frankfurter Wertpapierbörse für Wachstumswerte, das von 1997 bis 2003 bestand. Er umfasste viele junge Wachstumsunternehmen, die um die Jahrtausendwende im Zuge des Technologiebooms einen außergewöhnlichen Aufschwung erlebten. Das Platzen der Technologieblase und die hohen Kursverluste an den Aktienmärkten führten 2003 zur Schließung des Segments.

NYMEX

Die New York Mercantile Exchange (NYMEX) ist die größte Warenterminbörse Nordamerikas für Energie und Edelmetalle. Die 1872 gegründete Börse bietet Futures und Optionen auf Rohstoffe wie Rohöl, darunter die US-Referenzsorte WTI, und Erdgas sowie über ihre Sparte COMEX auf Metalle wie Gold und Silber. Die NYMEX fusionierte 1994 mit der COMEX und gehört seit 2008 zur CME Group.

NYSE

Die New York Stock Exchange (NYSE) ist eine der größten und bedeutendsten Börsen der Welt; gemessen am Börsenwert der notierten Unternehmen sind NYSE und Nasdaq die beiden größten Börsen. Die NYSE befindet sich an der Wall Street in New York, weshalb der Name Wall Street oft als Synonym für sie verwendet wird. Ihre Geschichte begann 1792 mit fünf notierten Wertpapieren. Während der Finanzkrise 2008 erreichten die Handelsvolumina an der NYSE mit mehreren Milliarden Aktien pro Tag damalige Rekordwerte. 2007 fusionierte die NYSE mit dem europäischen Börsenbetreiber Euronext; seit 2013 gehört sie zur Intercontinental Exchange (ICE), die Euronext 2014 wieder abspaltete.

Weitere wissenswerte Fakten zur Börse

Was ist die BaFin?

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts, deren Ziel ein funktionsfähiges und stabiles deutsches Finanzsystem ist. Sie beaufsichtigt Finanzdienstleister, Banken, Versicherer und den Wertpapierhandel; seit November 2014 werden die größten Banken des Euroraums direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Zusammenarbeit mit nationalen Aufsehern wie der BaFin beaufsichtigt. Die BaFin selbst untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen.

Am 1. Mai 2002 wurde das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) mit dem damaligen Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) und dem Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) zur BaFin zusammengelegt.

Was ist der Hexensabbat?

Als Hexensabbat (Triple Witching) wird der dritte Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember bezeichnet. Da an diesem Tag Futures und Optionen auf Indizes wie den DAX und den Euro Stoxx 50 sowie Optionen auf Einzelaktien verfallen bzw. abgerechnet werden, steigt die Volatilität an den Märkten tendenziell an. Marktteilnehmer versuchen, die Kurse zum Verfall zu beeinflussen, was zu fundamental nicht erklärbaren Bewegungen führen kann – daher der Vergleich mit Hexerei.

Was ist ein Emittent?

Ein Emittent ist eine Institution, etwa ein Unternehmen, ein Staat oder eine Bank, die Wertpapiere an Anleger ausgibt. Der Begriff Emittent stammt vom lateinischen emittere, was „aussenden“ oder „ausgeben“ bedeutet. Bei den ausgegebenen Wertpapieren kann es sich zum Beispiel um Aktien, Fondsanteile oder Anleihen handeln. Zweck der Ausgabe ist es, das Kapital des Emittenten und bei Aktien seine Marktkapitalisierung zu erhöhen.

Was ist ein Index?

Ein Index ist eine statistische Kennzahl, die die Veränderungen einer festgelegten Gruppe von Wertpapieren in einer einzigen Zahl ausdrückt. Ein Aktienindex misst und berechnet dementsprechend statistisch die Wertentwicklung einer Gruppe von Aktien. Solche Indizes gibt es weltweit für Rohstoffe und für alle Arten von Wertpapieren. Unterschieden wird zwischen Kursindizes und Performanceindizes: Ein Kursindex bildet nur Kursveränderungen ab, während ein Performanceindex zusätzlich unterstellt, dass Dividenden und sonstige Ausschüttungen reinvestiert werden. Der DAX ist zum Beispiel ein klassischer Performanceindex, während der Dow Jones Industrial Average zu den Kursindizes zählt. Die Zusammensetzung von Indizes wird regelmäßig überprüft: Der DAX, Deutschlands Leitindex, umfasst seit September 2021 40 Unternehmen, der Dow Jones besteht aus 30 Werten.

Was ist der Interbankenmarkt?

Der Interbankenmarkt ist der weltweite Markt, auf dem Banken miteinander handeln. Vor allem handeln sie Devisen, Aktien und festverzinsliche Wertpapiere und leihen sich gegenseitig kurzfristig Geld. Banken wollen in erster Linie Zinsen auf liquide Mittel erzielen, die sie gerade nicht benötigen. Der Interbankenmarkt bildet zudem den Kern des Devisenmarkts: Die Kurse, die Broker privaten Forex-Tradern stellen, basieren weitgehend auf Interbankenkursen.

Was ist der Kassamarkt?

Am Kassamarkt, auch Spotmarkt genannt, werden Geschäfte unmittelbar nach Abschluss oder innerhalb kurzer Frist erfüllt, traditionell spätestens zwei Geschäftstage danach (T+2). In den USA wurde der Standard-Abwicklungszyklus für Aktien im Mai 2024 auf einen Geschäftstag (T+1) verkürzt; die EU, Großbritannien und die Schweiz wollen am 11. Oktober 2027 folgen. Am Devisenmarkt werden Kassageschäfte in der Regel zwei Geschäftstage nach dem Handel abgewickelt. Am Terminmarkt fallen Abschluss und Erfüllung eines Vertrags dagegen zeitlich auseinander.

Was ist der nachbörsliche Handel?

Der Handel nach Schluss der regulären Sitzung einer Börse, etwa an anderen Handelsplätzen oder in verlängerten Handelszeiten, wird als nachbörslicher Handel bezeichnet. Entwicklungen im nachbörslichen Handel können einen Hinweis auf die Richtung des nächsten Handelstags geben. Im Allgemeinen ist er jedoch weniger relevant, da die Umsätze im Vergleich zu den Haupthandelszeiten gering sind und Kursbewegungen daher weniger aussagekräftig sind.

Was ist der vorbörsliche Handel?

Der Handel vor Eröffnung einer Börse, etwa an anderen Handelsplätzen oder in verlängerten Handelszeiten, wird als vorbörslicher Handel bezeichnet. Entwicklungen im vorbörslichen Handel können einen Hinweis auf die Richtung des kommenden Handelstags geben. Im Allgemeinen ist er jedoch weniger relevant, da die Umsätze im Vergleich zu den Haupthandelszeiten gering sind und Kursbewegungen daher weniger aussagekräftig sind.

Was ist XTF?

XTF ist ein Marktsegment der Frankfurter Wertpapierbörse, das die Deutsche Börse im Jahr 2000 eingeführt hat und in dem börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sowie aktiv gemanagte börsengehandelte Fonds gehandelt werden. Der Handel erfolgt über das elektronische Handelssystem Xetra.

Was ist eine Zahlstelle?

Eine ausländische Fondsgesellschaft, die ihre Fonds in Deutschland vertreiben wollte, musste traditionell eine deutsche Zahlstelle benennen. In der Regel ist dies eine Bank, über die Käufe und Verkäufe von Fondsanteilen abgewickelt werden. Für Fonds aus anderen EU-Staaten wurde diese Pflicht im August 2021 durch EU-Regeln zum grenzüberschreitenden Fondsvertrieb ersetzt: Statt einer lokalen Zahlstelle muss die Fondsgesellschaft Einrichtungen für Anleger bereitstellen, die auch elektronisch angeboten werden können. Allgemein ist eine Zahlstelle eine Bank, die im Auftrag eines Emittenten Zins-, Dividenden- und Tilgungszahlungen leistet.

Was sind Zeichner?

Zeichner sind die einzelnen Anleger eines geschlossenen Fonds. Wer zum Beispiel in einen geschlossenen Immobilienfonds investieren möchte, der eine Investition in ein bestimmtes Gebäude anstrebt, zeichnet den Fonds und erscheint in dessen Unterlagen als Zeichner. Der Zeichner beteiligt sich mit dem von ihm gewählten Zeichnungsbetrag an der Fondsgesellschaft. Allgemeiner wird jeder, der sich zum Kauf neu ausgegebener Wertpapiere verpflichtet, etwa bei einem Börsengang oder einer Anleiheemission, als Zeichner bezeichnet.