Aktien
Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens verbriefen. Aktionäre sind Miteigentümer mit Stimmrecht und können über Dividenden am Gewinn beteiligt werden.
Ca. 5 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Aktien sind Wertpapiere, die einen Teil des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft verbriefen und ihren Inhabern verschiedene Rechte und Möglichkeiten einräumen. Jede Aktie steht für eine Beteiligung am Unternehmen. Aktionäre werden damit zu Miteigentümern mit Mitspracherecht, zum Beispiel auf der Hauptversammlung. Dort werden wichtige Entscheidungen getroffen, etwa die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern oder die Ausschüttung von Dividenden, die den Aktionären als ihr Anteil am Unternehmensgewinn ausgezahlt werden.
Der Aktienkurs ist der aktuelle Marktpreis einer Aktie und ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Er kann aus verschiedenen Gründen schwanken, unter anderem wegen Unternehmensnachrichten, wirtschaftlicher Entwicklungen und allgemeiner Markttrends. Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens wird berechnet, indem der Aktienkurs mit der Zahl der ausstehenden Aktien multipliziert wird. Sie zeigt den Gesamtwert, den der Markt dem Unternehmen beimisst. Eine hohe Marktkapitalisierung kann auf ein großes, finanzstarkes Unternehmen hindeuten.
Der Nennwert einer Aktie, der häufig auf Aktienurkunden angegeben ist, spielt heute meist nur eine untergeordnete Rolle, da bei der Bewertung einer Aktie der Marktpreis zählt. Das Handelsvolumen zeigt, wie viele Aktien eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum gehandelt werden. Ein hohes Handelsvolumen kann auf großes Interesse an der Aktie und hohe Liquidität hindeuten.
Besonders stabile und renommierte Unternehmen werden oft als Blue Chips bezeichnet. Sie sind in der Regel gut etabliert und gelten als vergleichsweise sicher und verlässlich. Ein weiterer wichtiger Begriff im Aktienhandel ist die Fusion, bei der sich zwei oder mehr Unternehmen zu einem neuen Unternehmen zusammenschließen. Das kann die Aktienstruktur und den Marktwert der beteiligten Unternehmen erheblich beeinflussen.
Soweit das Gesellschaftsrecht es erlaubt, kann ein Unternehmen in seiner Satzung zudem ein Höchststimmrecht einführen. Es begrenzt die Zahl der Stimmen, die ein einzelner Aktionär abgeben kann – unabhängig davon, wie viele Aktien er hält – und soll verhindern, dass Einzelne oder Gruppen zu viel Kontrolle über Unternehmensentscheidungen erlangen.
Aktien und andere Wertpapiere werden über spezielle Kennnummern identifiziert. In Deutschland ist die sechsstellige WKN (Wertpapierkennnummer) gebräuchlich, international kennzeichnet die International Securities Identification Number (ISIN) jedes Wertpapier eindeutig. Diese Kennnummern erleichtern den Handel und die Verwaltung von Wertpapieren erheblich.
Kurz gesagt: Aktien sind ein wichtiges Instrument, um Kapital anzulegen und in einem Unternehmen mitzubestimmen. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, etwa Aktienkurs, Dividenden, Handelsvolumen und Kennnummern. Trader können auch auf Aktienkurse spekulieren, ohne die Aktien selbst zu kaufen, zum Beispiel mit CFDs; in diesem Fall erwerben sie weder Eigentum noch Stimmrechte.
Was ist ein Aktiensplit?
Bei einem Aktiensplit wird der Kurs einer Aktie in einem festen Verhältnis geteilt und die Zahl der Aktien entsprechend angepasst. Bei einem Split im Verhältnis 2:1 zum Beispiel halbiert sich der Aktienkurs und die Zahl der Aktien verdoppelt sich, sodass der Gesamtwert eines Bestands gleich bleibt. Unternehmen führen Splits durch, um ihre Aktien leichter handelbar oder für einen breiteren Anlegerkreis attraktiver zu machen. In der Regel passen Broker Charts, Orders und die Zahl der Aktien im Depot automatisch an, sobald ein Split wirksam wird. Dennoch sollten Anleger und Trader ihre Positionen stets prüfen, sobald ein Unternehmen einen bevorstehenden Aktiensplit ankündigt.
Was sind Blue Chips?
Blue Chips sind stark gehandelte Aktien mit hohem Börsenwert. Sie haben in ihren jeweiligen Indizes meist eine hohe Gewichtung und gehören zu bekannten Großunternehmen mit hoher Marktkapitalisierung. Klassische deutsche Beispiele sind Siemens, Bayer und SAP, die alle zum DAX gehörten, als der deutsche Leitindex im September 2021 von 30 auf 40 Unternehmen erweitert wurde.
Was ist eine Dividende?
Eine Dividende ist eine Gewinnausschüttung, die ein börsennotiertes Unternehmen an seine Aktionäre zahlt. In Deutschland werden Dividenden meist einmal im Jahr gezahlt, US-Unternehmen zahlen sie dagegen üblicherweise quartalsweise. Die Dividende wird je Aktie angegeben: Die Gesamtsumme des ausgeschütteten Gewinns wird durch die Gesamtzahl der Aktien geteilt. In Deutschland beschließt die Hauptversammlung die Höhe auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat; in anderen Ländern wie den USA legt meist das Board of Directors die Dividende fest. Bei schwachem Geschäftsverlauf ist es durchaus möglich, dass keine Dividende gezahlt wird.
Was ist eine Fusion?
Eine Fusion ist der Zusammenschluss zweier Unternehmen, die zuvor unabhängig voneinander tätig waren. Sie kann dadurch erfolgen, dass ein Unternehmen das andere kauft oder dass sich beide zu einem neuen Unternehmen zusammenschließen. Mögliche Vorteile sind etwa ein breiteres Produktangebot oder der Zugang zu neuen Absatzmärkten.
Was ist eine Hauptversammlung?
Die Hauptversammlung (HV) einer Aktiengesellschaft ist die jährliche Zusammenkunft ihrer Aktionäre, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie dient der Information der Aktionäre und der Beschlussfassung über Angelegenheiten der Gesellschaft. Die Aktionäre stimmen über wichtige Unternehmensentscheidungen ab, wobei sich das Stimmrecht nach der Zahl der gehaltenen Aktien richtet. Am Tag der Hauptversammlung sowie bei der Veröffentlichung von Quartalsberichten ist an den Märkten Vorsicht geboten, da die getroffenen Entscheidungen große Kurssprünge auslösen können.
Was ist ein Höchststimmrecht?
Aktiengesellschaften können das Stimmrecht der Aktionäre über ihre Satzung beschränken, indem sie ein Höchststimmrecht festlegen. Normalerweise haben Aktionäre Stimmrechte im Verhältnis zur Zahl ihrer Aktien, sodass größere Bestände mehr Gewicht haben. Mit einem Höchststimmrecht kann das Unternehmen dieses Prinzip einschränken. Solche Beschränkungen sind nicht überall zulässig: In Deutschland etwa wurden sie für börsennotierte Gesellschaften 1998 durch eine Reform abgeschafft.
Was ist eine Holding?
Eine Holding ist ein Unternehmen, dessen Hauptgeschäft nicht auf eigenen Produkten oder Dienstleistungen beruht, sondern auf der Verwaltung seiner Tochtergesellschaften. Sie fungiert als Dach- oder Muttergesellschaft. Dabei ist zu beachten, dass „Holding“ keine Rechtsform, sondern eine Organisationsstruktur ist. Innerhalb dieser Struktur bleiben die Tochtergesellschaften rechtlich selbstständig, während die Muttergesellschaft für deren Führung, Verwaltung und Finanzierung zuständig ist.
Was ist die ISIN?
ISIN steht für International Securities Identification Number. Sie ist eine zwölfstellige Kombination aus Buchstaben und Ziffern, mit der Wertpapiere an Börsen eindeutig identifiziert werden. Sie beginnt mit einem zweistelligen Ländercode (zum Beispiel DE für Deutschland oder US für die Vereinigten Staaten), gefolgt von einer neunstelligen nationalen Kennung und einer einzelnen Prüfziffer.
Was sind junge Aktien?
Junge Aktien sind Aktien, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden. Sind sie noch nicht voll dividendenberechtigt, werden sie getrennt von den bestehenden („alten“) Aktien an der Börse notiert und gehandelt. Erst nach der nächsten Dividendenzahlung sind die jungen Aktien den alten gleichgestellt.
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Weitere Begriffe.
- AnleiheEine Anleihe ist ein Schuldpapier, das von einem Unternehmen oder Staat ausgegeben wird. Der Käufer leiht dem Emittenten Geld und erhält Zinsen sowie bei Fälligkeit die Rückzahlung.
- FondsEin Fonds bündelt das Geld vieler Anleger und investiert es professionell verwaltet nach einer festgelegten Strategie. Beispiele sind Aktien-, Renten- und Mischfonds, ETFs und Immobilienfonds.
- CFD (Differenzkontrakt)Ein CFD (Contract for Difference, Differenzkontrakt) ist ein gehebeltes Derivat, mit dem auf steigende oder fallende Kurse spekuliert wird, ohne den Basiswert zu besitzen. Verluste können schnell entstehen.
- Buy and HoldBuy and Hold ist eine langfristige Anlagestrategie, bei der Aktien oder andere Vermögenswerte gekauft und unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen über mehrere Jahre gehalten werden.