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Trends

Ein Trend ist eine anhaltende Kursbewegung in eine Richtung. Aufwärtstrends bilden höhere Hochs und höhere Tiefs, Abwärtstrends tiefere Hochs und tiefere Tiefs; ansonsten läuft der Markt seitwärts.

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Ca. 5 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026

Im Sinne der Preisbildung an der Börse ist ein Trend eine ausgeprägte Entwicklung in der Bewertung eines Wertpapiers über die Zeit in eine bestimmte Richtung. Er entsteht durch eine erste Bewegung in eine Richtung, eine anschließende Korrektur gegen diese erste Bewegung und die Wiederaufnahme der ursprünglichen Richtung, bei der der Kurs über das erste Hoch steigt oder unter das erste Tief fällt. Ein Trend kann sich in einem von drei Zuständen befinden: Aufwärtstrend, Abwärtstrend oder Seitwärtsphase, die auch als trendlos bezeichnet wird.

Aufwärtstrend

Ein Aufwärtstrend ist dadurch gekennzeichnet, dass jedes neue Hoch höher liegt als das vorherige Hoch und jedes neue Tief ebenfalls höher als das vorherige Tief. Die Wendepunkte steigen also fortlaufend.

Aufwärtstrend mit steigenden Hochs und steigenden Tiefs
Aufwärtstrend mit steigenden Hochs und steigenden Tiefs

Abwärtstrend

Ein Abwärtstrend ist dadurch gekennzeichnet, dass jedes neue Tief tiefer liegt als das vorherige Tief und jedes neue Hoch ebenfalls tiefer als das vorherige Hoch. Die Wendepunkte fallen also fortlaufend.

Abwärtstrend mit fallenden Hochs und fallenden Tiefs
Abwärtstrend mit fallenden Hochs und fallenden Tiefs

Seitwärtsphase

Eine Seitwärtsphase ist dadurch gekennzeichnet, dass weder die Bedingungen für einen Aufwärtstrend noch die für einen Abwärtstrend erfüllt sind. Der Markt befindet sich also in einer trendlosen Phase.

Seitwärtsphase ohne klare Trendrichtung
Seitwärtsphase ohne klare Trendrichtung

Trendphasen

Die beiden Phasen eines Trends – Bewegung und Korrektur – haben jeweils charakteristische Merkmale. Je ausgeprägter diese Merkmale sind, desto aussagekräftiger ist der Trend für den Handel.

Bewegung

Eine Bewegung verläuft meist schnell und zügig über nur wenige Kerzen in Trendrichtung. Typischerweise entstehen dabei große Kerzenkörper: Im Aufwärtstrend liegt der Schlusskurs nahe dem oberen Ende der Kerze, im Abwärtstrend nahe dem unteren. Schon an den Kerzen ist also zu erkennen, dass in der Bewegungsphase deutlich mehr Kauf- oder Verkaufsdruck herrscht als in der Korrekturphase. Das Volumen steigt während einer Bewegung in der Regel an.

Korrektur

Eine Korrektur verläuft meist zäh und langsam. Sie läuft gegen die Trendrichtung und kann sich sogar zu einem eigenen untergeordneten Trend entwickeln. Die meisten Korrekturen sind jedoch eher unsauber, sodass der untergeordnete Trend darin oft mehrfach gebrochen wird. Eine Korrektur kann bis zu 100 % der vorangegangenen Bewegung zurücklaufen, ohne den aktuellen Trend ungültig zu machen. Das Volumen nimmt während einer Korrektur tendenziell ab.

Trendgrößen

Die eigentliche Schwierigkeit im Trading liegt im Erkennen von Trends. Ein Trend verläuft immer auf mehreren Trendgrößen gleichzeitig. Ein Trader muss daher erkennen, in welcher Trendphase sich der Markt innerhalb einer bestimmten Trendgröße befindet. In der Abbildung unten sind die verschiedenen Trendgrößen farbig dargestellt: Der rote Trend ist der größte, der blaue der mittlere und der grüne der kleinste. Ein Chart kann durchaus mehr als drei Trendgrößen enthalten.

In jedem Chart sind also unterschiedliche Trendgrößen zu erkennen. Um die kleineren Trendgrößen besser sichtbar zu machen, hilft es, die Zeiteinheit des Charts zu wechseln; so treten die untergeordneten Trends deutlicher hervor. Dabei wird auch der Unterschied zwischen Trendgrößen und Zeiteinheiten deutlich: Beide haben nichts miteinander zu tun. Die Wahl der Zeiteinheit hat keinen Einfluss auf die Trendgrößen. Trendgrößen existieren in jedem Chart und sind unabhängig von gewählter Zeiteinheit und Zoomstufe mehr oder weniger deutlich zu sehen.

Drei Trendgrößen in einem Chart, rot, blau und grün markiert
Drei Trendgrößen in einem Chart, rot, blau und grün markiert

Trendbruch

Ein Trend gilt als gebrochen, wenn:

  • im Aufwärtstrend der Kurs unter das letzte Tief fällt;
  • im Abwärtstrend der Kurs über das letzte Hoch steigt.

Nach einem Trendbruch ist der Markt trendlos. Professionelle Trader warten nun ab, wie sich der Markt entwickelt, und bleiben meist flat, bis sich ein neuer Trend etabliert hat. An solchen wichtigen Punkten kommt es allerdings häufig zu Stop-Fishing, nach dem der alte Trend wieder aufgenommen wird. Daher ist es unerlässlich, genau hinzusehen, mit welcher Dynamik ein Trend gebrochen wird.

Ein Trendbruch ist nicht das einzige Anzeichen dafür, dass ein Trend womöglich nicht mehr intakt ist. Auch auf derselben Trendgröße kann sich ein Gegensignal bilden und den alten Trend infrage stellen. Die folgende Abbildung veranschaulicht dies.

Gegensignal: Innerhalb eines intakten Aufwärtstrends bildet sich ein Abwärtstrend derselben Größe
Gegensignal: Innerhalb eines intakten Aufwärtstrends bildet sich ein Abwärtstrend derselben Größe

Der alte Aufwärtstrend ist noch intakt, doch in der Gegenrichtung hat sich ein Abwärtstrend derselben Größe gebildet. Die meisten Marktteilnehmer werden dem neuen Trend nun vermutlich mehr Beachtung schenken als dem alten.

Was ist ein Gegensignal?

Ein Gegensignal ist ein gegenläufiger Trend derselben Trendgröße, der den bestehenden Trend bricht, ohne dass der Kurs den letzten Punkt 3 dieses Trends durchbricht. In der Markttechnik ist Punkt 3 der Wendepunkt am Ende der jüngsten Korrektur – das letzte Korrekturtief im Aufwärtstrend bzw. das letzte Korrekturhoch im Abwärtstrend. Auf diese Weise kann ein etablierter Abwärtstrend gebrochen und durch ein Gegensignal in Form eines Aufwärtstrends abgelöst werden: Nach einem neuen Tief erholt sich der Kurs, setzt auf ein höheres Tief zurück und steigt dann über das Hoch seiner ersten Erholung. Es hat sich ein Aufwärtstrend derselben Größe gebildet, obwohl der Kurs noch unter dem letzten Punkt 3 des Abwärtstrends liegt.

Wie entsteht ein Trend?

Ein Trend entsteht aus dem Zusammenspiel der Marktteilnehmer. Seine Ursache kann fundamentaler, politischer oder sonstiger Natur sein. Was letztlich im Chart zu sehen ist, ist die Summe aller Handlungen aller Marktteilnehmer.

Auf die erste Bewegung eines Wertpapiers muss früher oder später eine Korrektur folgen, weil die Marktteilnehmer, die zu Beginn der Bewegung eingestiegen sind, beginnen, Gewinne mitzunehmen. Zudem sind immer weniger Trader bereit zu kaufen, weil die Kurse bereits so weit gelaufen sind. Die Folge ist die Korrekturphase, in der die erste Bewegung ganz oder teilweise zurückläuft. Dann kehren immer mehr Marktteilnehmer in den Markt zurück: Sie haben die erste Bewegung verpasst und sehen die Korrektur nun als günstige Einstiegsgelegenheit. Damit beginnt eine neue Bewegung.

Viele institutionelle Investoren verfügen über so viel Kapital, dass sie eine Position in einem Wertpapier nur schrittweise aufbauen können. Wollen solche Investoren ein Wertpapier kaufen, tun sie das bevorzugt gerade in den Korrekturphasen. Dieses Verhalten ist im Chart besonders gut zu erkennen, wenn das Volumen in Bewegungsrichtung steigt und schnelle, entschlossene Bewegungen auftreten.