Cashback-Vergleich für Forex- und CFD-Trader
Trading Deals$4.40RoboForex: $4.40/Lot ↗
MarkttechnikCa. 8 Min. Lesezeit

Stopregeln in der Markttechnik

Regeln zum Setzen und Nachziehen von Stops allein anhand der Chartstruktur – jenseits des letzten Punkt 3 beim Traden des Trends oder am Hoch bzw. Tief der letzten Kerze beim Traden der Bewegung.

Ca. 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026

Risiko- und Money-Management gehört zu den wichtigsten Aspekten des Tradings, und fast jeder Text zu diesem Thema wiederholt die Maxime „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“. Eine vollständige Betrachtung von Stops geht jedoch weit über das Anfangsrisiko – also die Begrenzung von Verlusten – hinaus. Ebenso geht es darum, wie man Gewinne laufen lässt und Stops sinnvoll nachzieht, um Teilgewinne abzusichern. Dieser Eintrag gibt zunächst einen kurzen Überblick über die verschiedenen Stop-Arten und widmet sich dann gezielt dem Umgang mit Stops im Trading auf Basis der Markttechnik.

Stop-Arten

Es gibt zwei grundlegende Stop-Arten: den verlustbegrenzenden Stop und den gewinnsichernden Stop.

Verlustbegrenzender Stop

Der verlustbegrenzende Stop ist der bekannteste. Er wird auch Stop-Loss oder Initial-Stop genannt und dient dazu, das Risiko ab dem Moment der Positionseröffnung zu kennen – und damit den maximalen Verlust im Voraus festzulegen. Ein Stop ist allerdings keine 100-prozentige Garantie, dass dieser maximale Verlust eingehalten wird. Wird der Stop-Kurs erreicht, wird eine Stop-Order automatisch zur Market-Order und zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Die Ausführung kann daher deutlich schlechter ausfallen als geplant, wenn zu diesem Kurs keine passenden Gegenorders im Markt liegen. Auch deshalb beschränken sich professionelle Trader auf liquide Werte: So bleibt das Risiko einer deutlich schlechteren Ausführung minimal.

Ein gutes Beispiel für dieses Risiko ist der Franken-Schock vom 15. Januar 2015. An diesem Tag gab die Schweizerische Nationalbank (SNB) den 2011 eingeführten Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro auf. Trader, die in EUR/CHF long waren, hatten ihre Stop-Orders knapp unterhalb der Marke von 1,20000 platziert – und wurden böse überrascht, als der Kurs innerhalb von Minuten weit unter dieses Niveau einbrach und viele Stops weit unter ihrem Stop-Kurs ausgeführt wurden.

Chart des Franken-Schocks im Januar 2015
Chart des Franken-Schocks im Januar 2015

Für das Setzen eines verlustbegrenzenden Stops gibt es mehrere Ansätze:

  • Fester nominaler Betrag: Es wird eine feste Geldsumme riskiert. Ist ein Trader beispielsweise bereit, $50 pro Position zu riskieren, wird der Stop genau dort platziert, wo dieser Betrag verloren wäre – was natürlich von der Positionsgröße abhängt.
  • Prozentsatz des Kapitals: Es wird ein Prozentsatz des Gesamtkapitals riskiert. Wer bereit ist, 1 % eines Kontos von $5,000 zu riskieren, darf pro Trade höchstens $50 riskieren. Die Positionsgröße ergibt sich dann aus dem Stop-Abstand und diesem maximalen Risiko – bei einem Stop-Abstand von $2 je Aktie beispielsweise höchstens 25 Aktien.
  • Volatilitäts-Stop: Mithilfe von Volatilitätsindikatoren wird die aktuelle Schwankungsbreite des Marktes berücksichtigt. In ruhigen Phasen mit geringer Volatilität liegt der Stop näher am Einstiegskurs als in volatileren Phasen.
  • Stop nach den Regeln der Markttechnik: Der Chart – und damit der Markt – entscheidet, wann ein Setup nicht mehr gültig ist und der Stop ausgelöst wird.

Gewinnsichernder Stop

Der gewinnsichernde Stop ist mindestens so wichtig wie der Initial-Stop, denn jeder Trader braucht auch Regeln, um Gewinne abzusichern und mitzunehmen. Deshalb werden Stops nach festgelegten Regeln hinter dem Kurs nachgezogen. Von einem gewinnsichernden Stop spricht man, sobald er den Break-even-Punkt der Position erreicht; ab diesem Moment gilt die Position als risikolos – abgesehen vom oben beschriebenen Slippage-Risiko. Auch hier gibt es verschiedene Ansätze zum Nachziehen eines Stops:

  • Fester Betrag (Money-Stop): Beim sogenannten Money-Stop wird ein fester nominaler Betrag als Stop-Abstand gewählt. Bewegt sich der Kurs zugunsten des Traders, wird der Stop um denselben Betrag nachgezogen. Als Referenz dienen meist Tages- oder Stundenschlusskurse, damit nicht jede kleine Kursänderung zu einem Nachziehen des Stops führt.
  • Prozentsatz (Prozent-Stop): Der Prozent-Stop funktioniert im Prinzip wie der Money-Stop, nur dass der Stop mit einem festen prozentualen Abstand nachgezogen wird. Sowohl Money-Stop als auch Prozent-Stop sind Trailing-Stops, die dem Kurs automatisch folgen.
  • Indikator-Stop: Zum Nachziehen des Stops wird ein Indikator verwendet. Ein Beispiel ist die Average True Range (ATR), die die Marktvolatilität abbildet; der Stop wird dann im Abstand eines Vielfachen der ATR nachgezogen. Eine weitere Anwendung besteht darin, die Position automatisch zu schließen, wenn ein Indikator eine bestimmte überkaufte oder überverkaufte Zone erreicht.
  • Stop nach den Regeln der Markttechnik: Der Chart – und damit der Markt – entscheidet, wie und wann der Stop nachgezogen wird. Dies wird in den folgenden Abschnitten ausführlich erklärt.

Stopregeln in der Markttechnik

Wie oben erwähnt, bedeutet das Setzen von Stops nach der Markttechnik, den Markt entscheiden zu lassen, wann ein Setup nicht mehr gültig und die Trade-Idee damit gescheitert ist. Bei der Positionseröffnung weiß der Trader, warum dieses Setup eher im Gewinn enden dürfte als andere Setups. Genau deshalb kann der Stop an der Stelle platziert werden, an der das Setup nicht mehr gültig ist.

Sowohl der Initial-Stop als auch der gewinnsichernde Stop basieren auf dem nackten Kurschart: Es wird weder ein Indikator noch ein fester oder prozentualer Trailing-Stop verwendet – allein der Markt entscheidet, wann eine Position ausgestoppt wird. Für beide gibt es zwei Grundstrategien: das Traden des Trends und das Traden der Bewegung. Trends werden anhand der Punkte 1, 2 und 3 (P1, P2, P3) beschrieben; P3 markiert das Ende der jüngsten Korrektur – das letzte höhere Tief im Aufwärtstrend bzw. das letzte tiefere Hoch im Abwärtstrend.

Beim Traden des Trends wird der Stop stets unterhalb des letzten Punkt 3 (Long-Position) bzw. oberhalb davon (Short-Position) platziert. Mit anderen Worten: Der Stop liegt genau dort, wo der Trend gebrochen wäre. Der folgende Chart veranschaulicht dies.

Stop-Platzierung jenseits des letzten Punkt 3 beim Traden des Trends
Stop-Platzierung jenseits des letzten Punkt 3 beim Traden des Trends

In diesem Beispiel befindet sich der Trend der Großwetterlage in einer Korrektur und ist im Chart nicht dargestellt. Die blauen Pfeile markieren den Signaltrend, also den Trend der Signallage, der für das Timing des Einstiegs genutzt wird. Der Einstieg erfolgte, nachdem sich in der Signallage ein erster untergeordneter Trend gebildet hatte, der sich nun seinerseits in einer Korrektur befand (Setup 2, der Einstieg in der Korrektur). Der Stop gehört daher dorthin, wo die Trade-Idee scheitert: an die Stelle, an der dieser untergeordnete Trend gebrochen wäre. Da der letzte P3 bei $44.81 lag, gehört der Stop streng genommen genau dorthin. Gesetzt wurde er stattdessen bei $45.26, da zwischen dem letzten P3 und dem Stop immer etwas Spielraum gelassen wird, damit Marktrauschen ihn nicht unnötig auslöst.

Initial-Stop beim Traden der Bewegung

Der Bewegungshandel zielt darauf ab, die Bewegung bis zum nächsten P2 und darüber hinaus mitzunehmen. Bewegungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie schnell und dynamisch verlaufen. Nach dem Einstieg muss ein Trader also damit rechnen, dass die Position rasch ins Plus läuft – das ist die Grundidee eines Bewegungstrades.

Entsprechend wird bei einer Short-Position der erste Initial-Stop am Hoch der letzten Kerze platziert, bei einer Long-Position am Tief der letzten Kerze. Die Trade-Idee erklärt, warum der Stop genau dorthin gehört: Kommt die Position nicht wie geplant schnell in Gang und steigt der Kurs anschließend über das Kerzenhoch (Short-Position) bzw. fällt unter das Kerzentief (Long-Position), ist die Trade-Idee gescheitert. Genau deshalb liegt der Stop auf diesem Niveau.

Der folgende Chart zeigt ein Beispiel für einen Stop im Bewegungshandel bei einer Short-Position. Als Einstiegssignal diente ein Umkehrstab: Der Einstieg erfolgt knapp unterhalb des Umkehrstabs, der Initial-Stop liegt über dem letzten Kerzenhoch.

Initial-Stop über dem letzten Kerzenhoch bei einer Short-Position im Bewegungshandel
Initial-Stop über dem letzten Kerzenhoch bei einer Short-Position im Bewegungshandel

Wird der Stop nach dem Trendhandel nachgezogen, wird er stets an den nächsten P3 des gehandelten Trends verlegt – im Aufwärtstrend unter jeden neuen P3, im Abwärtstrend über jeden neuen P3. In einem typischen Beispiel liefert die Großwetterlage das Gesamtbild, während der Trend der Signallage gehandelt wird. Der Einstieg erfolgt als P2-Trade (Setup 1), und ab dann wird der Stop stets an den jüngsten P3 nachgezogen.

Nachziehen des Stops beim Traden der Bewegung

Im Bewegungshandel wird der Stop stets an das Hoch (Short-Position) bzw. das Tief (Long-Position) der letzten Periode gesetzt, wobei Innenstäbe berücksichtigt werden. Innenstäbe – Kerzen, deren Hoch und Tief beide innerhalb der Spanne der vorherigen Kerze liegen – haben in der Markttechnik eine besondere Bedeutung. Tritt einer auf, zeigt er, dass der Markt derzeit keine klare Richtung hat. Viele Marktteilnehmer halten sich daher mit neuen Positionen zurück, sodass Liquidität fehlt – was wiederum das typische Innenstab-Muster hervorbringt. Um nicht unnötig aus einem Bewegungstrade ausgestoppt zu werden, wird der Stop beim Auftreten eines Innenstabs daher um eine Periode zurückgesetzt.

So funktionierte das bei einem Short-Trade im Tageschart: Das Einstiegssignal war ein Umkehrstab am 18. September 2017, der Stop wurde oberhalb des Umkehrstabs bei etwa $23.94 platziert. Der nächste Tag schloss deutlich unter dem Tief des Umkehrstabs, sodass der Stop nach unten verlegt werden konnte. Der darauffolgende Tag bildete kein neues Tief aus, daher wurde der Stop wieder auf $23.94 gesetzt. Es folgte ein weiterer Tag mit neuem Tief, wodurch der Stop an das Hoch vom 21. September 2017 verlegt werden konnte – und ab dann wurde der Stop auf dieselbe Weise nachgezogen.

Geteilte Stops

Je mehr Erfahrung Trader sammeln, desto mehr versuchen sie, das Maximum aus jedem Trade herauszuholen. Die Arbeit mit geteilten Stops ist dafür ein guter Weg. Das ist natürlich nur möglich, wenn die Position groß genug ist, um aufgeteilt zu werden – mit einem einzigen Kontrakt lässt sich die Strategie nicht umsetzen.

So kann beispielsweise ein Stop nach dem Bewegungshandel und ein anderer nach dem Trendhandel geführt werden. Alternativ kann ein Stop dem Tagestrend und der andere dem Stundentrend folgen. Auf diese Weise lässt sich die Position sehr früh aus dem Risiko nehmen, ohne die Chance auf weitere Gewinne aufzugeben. Viele Trader lassen stets eine kleine Restposition offen und führen sie am sehr großen Trend. So können sie auf der Welle des „großen Geldes“ mitreiten und hin und wieder mit einem einzigen Trade eine sehr große Bewegung mitnehmen.

Cashback-Bezug

Cashback wird auf jedes gehandelte Lot gezahlt – bis zu $4.40 pro Lot bei RoboForex.

Zum Deal*

* Affiliate-Link (Werbung)

Alle 14 Themen

Weitere Begriffe.

Kurz und verständlich erklärt – direkt aus dem Trading-Glossar.

Alle 14 Themen