Dow-Theorie
Die Dow-Theorie, Ende des 19. Jahrhunderts von Charles H. Dow entwickelt, besagt, dass sich Kurse in Trends bewegen. Ihre Grundsätze bilden das Fundament der technischen Analyse.
Ca. 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Die Dow-Theorie wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Charles Henry Dow entwickelt und gilt als Grundstein der modernen technischen Analyse. Dow vertrat die Auffassung, dass die Beobachtung vergangener Kursbewegungen Rückschlüsse auf künftige Kursentwicklungen zulässt. Um die Entwicklung des Gesamtmarktes beurteilen zu können, schuf er den Dow Jones Industrial Average, der die Grundlage seiner Überlegungen bildete. Aus seinen Beobachtungen entstand eine Reihe von Grundannahmen, die sich in sieben Grundsätzen zusammenfassen lassen. Sie bilden auch das Fundament der Markttechnik.
Die sieben Grundsätze der Dow-Theorie
1. Der Index spiegelt alle Informationen im Markt wider
Die Grundidee hinter dem Dow Jones Industrial Average war es, ein Marktbarometer zu schaffen, das den Gesamtmarkt abbildet. Dow ging davon aus, dass alle Informationen bereits eingepreist sind. Wäre der Markt informationell vollkommen effizient, wäre das sicherlich der Fall. In der Praxis gibt es eine solche Effizienz jedoch nie, da nicht alle Marktteilnehmer jederzeit Zugang zu allen Informationen haben. Was Kurse jedoch widerspiegeln, sind die Erwartungen der Marktteilnehmer – der Markt bildet also diese Erwartungen ab. Ein Index kann daher bestimmte Tendenzen an den Märkten offenlegen.
2. Kurse folgen einem Trend
Kurse bewegen sich nicht zufällig, sondern in Form von Trends. Wie ein Trend entsteht und wie er definiert ist, wird im Artikel über Trends erklärt. Grundsätzlich besteht ein Trend jedoch immer aus Bewegungen und Korrekturen.
3. Es gibt drei Trendgrößen
Die Dow-Theorie unterscheidet drei Trendgrößen:
- Primärtrend: der große, sehr langfristige Trend
- Sekundärtrend: der mittelgroße, mittelfristige Trend
- Tertiärtrend: der kleine, kurzfristige Trend

4. Ein Trend hat drei Phasen
Am Beispiel eines Aufwärtstrends lauten die drei Phasen:
Akkumulationsphase: Dies ist die erste Phase der Bewegung, in der gut informierte Investoren kaufen. Sie haben gegenüber anderen Marktteilnehmern meist einen Informationsvorsprung und können daher früh einsteigen.
Phase der öffentlichen Beteiligung: Steigende Kurse während der Akkumulationsphase locken weitere Käufer an, womit diese trendfolgende Phase beginnt. Je weiter die Kurse steigen, desto mehr Investoren sind bereit, in den Markt einzusteigen, weil sie weitere Gewinne nicht verpassen wollen. Das setzt sich fort, bis die Distributionsphase beginnt.
Distributionsphase: In dieser Phase realisieren die Investoren, die zu Beginn der Bewegung eingestiegen sind, ihre Gewinne. Theoretisch könnten die Kurse weiter steigen, doch je reifer der Trend, desto weniger Investoren sind bereit, auf Rekordniveau zu kaufen. Daher können die Kurse in der Distributionsphase selbst bei positiven Nachrichten fallen.
5. Die Indizes müssen sich gegenseitig bestätigen
Charles Dow schuf zudem einen zweiten Index – ursprünglich einen Durchschnitt aus Eisenbahnaktien, heute als Dow Jones Transportation Average bekannt –, der 20 der größten Transportunternehmen zusammenfasste. Die Idee dahinter: Die von der Industrie produzierten Güter müssen transportiert werden. Geht es den Transportunternehmen gut, bestätigt dies ein Long-Signal im Dow Jones Industrial Average. Werden Signale im Industrieindex durch den Transportindex bestätigt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Trendeinschätzung zutrifft.
6. Ein Trend besteht so lange, bis er gebrochen wird
Solange ein Aufwärtstrend neue Hochs ausbildet und nicht unter die vorangegangenen Tiefs fällt, gilt der Trend als intakt. Erst wenn das letzte Tief unterschritten wird, gilt der Trend als gebrochen. Für einen Abwärtstrend gilt dasselbe in umgekehrter Richtung.
7. Das Handelsvolumen bestätigt den Trend
Dow nutzte das Handelsvolumen zudem als zusätzlichen Indikator. In Bewegungsphasen in Trendrichtung steigt das Volumen, während es in Korrekturen tendenziell zurückgeht. Eine Abweichung von diesem Muster kann ein Warnsignal sein, dass sich eine Trendwende anbahnt.
Cashback-Bezug
Cashback wird auf jedes gehandelte Lot gezahlt – bis zu $4.40 pro Lot bei RoboForex.
Zum Deal** Affiliate-Link (Werbung)
Weitere Begriffe.
- Trading-Setups in der MarkttechnikTrading-Setups in der Markttechnik sind regelbasierte Einstiegsszenarien in Trendrichtung: der Punkt-2-Trade, der Einstieg in der Korrektur und der unscharfe Einstieg.
- Stopregeln in der MarkttechnikRegeln zum Setzen und Nachziehen von Stops allein anhand der Chartstruktur – jenseits des letzten Punkt 3 beim Traden des Trends oder am Hoch bzw. Tief der letzten Kerze beim Traden der Bewegung.
- LinienchartEin Linienchart verbindet die Schlusskurse aufeinanderfolgender Perioden mit einer einzigen Linie. Er ist die einfachste Chartart, zeigt aber weder Eröffnung noch Hoch oder Tief.