Währungen geraten unter Druck

Published on: 25-May-2020
Category: Trading
Last updated: 25-May-2020

Währungen geraten unter Druck

Der erste Schock über die Auswirkungen der Corona-Pandemie scheint überwunden, doch der Höhepunkt der Krise ist noch lange nicht überall erreicht. Das betrifft vor allem Schwellenländer und ihre Währungen.

In der Türkei droht eine Staatspleite und damit die zweite Rezession innerhalb von zwei Jahren. Die türkische Lira hat seit Beginn der Corona-Krise über 20 Prozent an Wert verloren und ist auf das Rekordtief von 7,29 Lira für einen Dollar gestiegen. In türkischen Medien war von einem „Angriff auf die Türkei“ die Rede und die Regierung verbot einigen ausländischen Banken den Handel mit der Lira. Auch der Vorwurf der Währungsmanipulation stand im Raum. Ausländische Finanzexperten sind der Meinung, dass der türkischen Notenbank die Möglichkeiten zur Verteidigung der Lira ausgehen und die Regierung deshalb andere Finanzinstitutionen beschuldigt. Dem Land fehlen die Einnahmen aus dem Tourismus und den Exporten. Um der Währung aufzuhelfen, hat die Notenbank nun auch neues Geld rausgegeben. Die Reserven sind dadurch auch von 40 Milliarden auf 28 Milliarden Lira gesunken.

Doch auch südamerikanische und afrikanische Länder haben deutliche Probleme damit, ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen. Der brasilianische Real und der südafrikanische Rand haben seit zwei Monaten ungefähr ein Drittel ihres Werts eingebüßt. Auch in Mexiko gerät der Peso unter Druck. Der Internationale Bankenverband hat mitgeteilt, dass Anleger im März insgesamt 83,3 Milliarden Dollar aus Schwellenländern abgezogen haben. Drei dieser Länder konnten schon ihre Anleihen nicht mehr bedienen. Dazu gehören Argentinien, Ecuador und der Libanon. Auch Brasilien droht jetzt die Staatspleite, denn Präsident Jair Bolsonaro hat lange nicht an eine Corona-Krise geglaubt.

Eine Wendung könnte es in Asien geben. Im April hat sich China wirtschaftlich wieder erholt und könnte damit seinen Status als internationale Weltmacht ausbauen. Es ist schwer abzusehen, wie die USA aus der Corona-Krise herausgehen, vor allem da im November Präsidentschaftswahlen anstehen.


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